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Nachlassregelung und Grundeigentum

Erfahren Sie nachfolgend mehr zum Thema Nachlassregelung und Grundeigentum.

Damit die persönlichen Wünsche bezüglich der Teilung des eigenen dereinstigen Nachlasses beachtet werden, sollte man sich bereits zu Lebzeiten Gedanken darüber machen, wer was erhalten soll und wie man seinen letzten Willen verbindlich festlegen kann.

 

Verfügungsformen

Für die Festhaltung des letzten Willens stehen uns gemäss Gesetz die Formen der letztwilligen Verfügung (Testament) oder des Erbvertrags zur Verfügung. Ein Testament kann entweder öffentlich beurkundet oder eigenhändig niedergeschrieben oder durch mündliche Erklärung (sog. Nottestament) errichtet werden. Es kann vom Erblasser jederzeit geändert oder widerrufen werden. Ein Erbvertrag ist öffentlich zu beurkunden und kann nur von den Vertragsparteien gemeinsam abgeändert oder aufgehoben werden.

 

Eine Verfügung von Todes wegen, welche den gesetzlichen Formvorschriften nicht entspricht, kann angefochten werden und folglich ohne Wirkung bleiben. Es ist deshalb darauf zu achten, dass die Formvorschriften eingehalten werden. Auch ist es wichtig, das Testament an einem sicheren Ort aufzubewahren und dafür zu sorgen, dass es im Todesfall gefunden und von der zuständigen Behörde eröffnet wird.

 

Verfügungsarten

Der Erblasser kann durch Verfügung von Todes wegen bestimmte Erbschaftssachen oder Erbquoten an einzelne Erben zuweisen, Auflagen oder Bedingungen anfügen, Erben einsetzen, Vermächtnisse zuwenden, Ersatzverfügungen treffen für den Fall des Vorabsterbens von begünstigten Personen sowie Nacherben einsetzen.

 

Hinterlässt der Erblasser Pflichtteilserben (d.h. Nachkommen, Eltern, Ehegatte oder eingetragene/r Partner/in), sollte er darauf achten, dass deren Pflichtteile nicht durch seine letztwilligen Verfügungen verletzt werden, da pflichtteilsverletzende Verfügungen angefochten werden können. Der Erblasser hat aber die Möglichkeit, zu Lebzeiten mit den Erben Erbverzichts- oder Erbauskaufverträge abzuschliessen, sofern diese damit einverstanden sind.

 

Weiter kann in einer letztwilligen Verfügung ein Willensvollstrecken bestimmt werden, welcher den Willen des Erblassers zu vertreten, den Nachlass zu liquidieren und die Teilung nach den vom Erblasser getroffenen Anordnungen auszuführen hat.

 

Was können Immobilienbesitzer regeln?

Viele Grundeigentümer möchten gerne sicherstellen, dass der überlebende Ehegatte nach ihrem Tod im Haus oder in der Wohnung bleiben kann und fragen sich, was sie hierzu unternehmen müssen.

 

Dem überlebenden Ehegatten wird gemäss der eherechtlichen Bestimmung Art. 219 ZGB auf sein Verlangen an der bisher gemeinsam bewohnten Liegenschaft, die dem verstorbenen Ehegatten gehört, die Nutzniessung oder ein Wohnrecht auf Anrechnung zugeteilt. Auch kann er die Zuteilung des Eigentums am Hausrat auf Anrechnung verlangen. Wo es die Umstände rechtfertigen, kann ihm auf Verlangen auch das Eigentum an der Liegenschaft auf Anrechnung eingeräumt werden.

 

In der erbrechtlichen Bestimmung Art. 612a ZGB ist weiter geregelt, dass der überlebende Ehegatte die Zuteilung des Eigentums an der bisher gemeinsam bewohnten Liegenschaft sowie an Hausratsgegenständen auf Anrechnung verlangen kann. Wo die Umstände es rechtfertigen, kann ihm auch statt des Eigentums die Nutzniessung oder ein Wohnrecht eingeräumt werden.

 

Der überlebende Ehegatte hat somit ein gesetzliches Vorrecht, die bisher gemeinsam bewohnte Liegenschaft und den Hausrat auf Anrechnung zu übernehmen. Für Ferienwohnungen und vermietete Liegenschaften gilt dieses Vorrecht jedoch nicht. Der Wert der Liegenschaft wird dem Anspruch des überlebenden Ehegatten aus Ehegüter- und Erbrecht angerechnet. Übersteigt der Wert der Liegenschaft den Anspruch des überlebenden Ehegatten, so muss dieser die Differenz in den Nachlass des Verstorbenen einbezahlen. Hat er die Mittel hierzu nicht, kann er die Liegenschaft nicht übernehmen.

 

Um den überlebenden Ehegatten zu begünstigen und ihm die Übernahme der bisherigen Familienwohnung zu erleichtern, resp. die Übernahme allfälliger weiterer Liegenschaften zu ermöglichen, gibt es beispielsweise die folgenden Regelungsmöglichkeiten:

 

  • Ehevertragliche Zuweisung der Vorschläge beider Ehegatten an den überlebenden Ehegatten;
  • Pflichtteilsgeschützte Erben auf den Pflichtteil setzen;
  • Abschluss von Erbverzichts- oder Erbauskaufverträgen;
  • Zuweisung der frei verfügbaren Quote an den überlebenden Ehegatten;
  • Zuweisung des Eigentums, der Nutzniessung oder des Wohnrechts an der/n Liegenschaft/en an den überlebenden Ehegatten, ev. mit Bestimmung des Übernahmepreises und Anrechnungswertes;
  • Bestimmung bezüglich der Weiterveräusserung durch den überlebenden Ehegatten (z.B. Vorkaufsrechte von Nachkommen).

 

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